Fels in der Brandung

August 15, 2007

Grenzstein, Mittler, Mittel zwischen Festem und Flüssigem, Macht und Ohnmacht, Beherrschung und Verlorenheit. Von der einen Seite reizvoller Blick in schäumende Abgründe voll Gischt und Chaos, Wachturm und Bastion vor dem Ungesehenen, Geahnten, Gefürchteten. Auf ihm steht der Schaulustige, der Gaffer, der, durch die vorgestellte Gefahr angelockt, nach dem Ungeordneten, dem Heillosen trachtet, nach dem Ausweg, wenn auch nur erdacht, aus seiner öden Existenz. Von der anderen Seite ein Versprechen, eine Hoffnung, rettungverheissend und tödliches Urteil zugleich, ewig anziehend wie das Licht für die Motte, und doch verbrennt sie daran nur ihre Flügel und wir zerschmettern unsere Glieder, oder erreichen den Fels und klammern uns fest, unfähig, uns zu bewegen, weder vor noch zurück, und dennoch können wir nicht mehr loslassen: eine Falle in sich selbst.


Liebeserklärung

August 15, 2007

Basel ist keine grosse Stadt. Lebt man hier einige Jahre oder Jahrzehnte, dann kennt man jede Ecke, jeden Ort auswendig, man kann sich im Geist durch die Strassen bewegen und sieht dann sogar die Leute, die gerade in dem Moment wahrscheinlich dort sind. Man kennt die Menschen, man trifft sie da und dort, überall, jederzeit, eine Gemeinschaft von Bekannten, Bekanntem und Gekanntem, und doch, gerade wenn man denkt, man kenne jeden und jede und jedes, tritt wieder ein Wesen auf einen zu, entdeckt man wieder einen Platz, bei dem man sich fragen muss: Weshalb habe ich nie etwas von Dir gewusst?


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