Winterparanoia

January 22, 2009

Und manchmal wird das metaphysische Gruseln, die kosmische Grundparanoia zum feuerspeienden Drachen, türmt sich als brausende Windhose vor einem auf, nimmt die Sicht auf alles andere als das Eine, das Projekt, die Projektion, nach welcher die Angst verlangt, denn wovor genau, wissen wir das denn? Einfacher ist das aktive Definieren, das Beziehen auf das naheliegendste Angstmachende, denn Angstmachendes gibt es genug in einer Welt, die wir nur ertragen, indem wir den grössten Teil gleich im Grosshirn schon wegfiltern, denn “Wahrnehmen kann Ihre Gesundheit gefährden”, vor allem, wenn es filterlos genossen wird, auch wenn es dann viel schöner kratzt im Hirn und einen immerwährenden leichten Schwindel, ein taumelndes Wabern, ein kaltes Kribbeln unter der Haut hervorbringt.

Aber das gibt sich auch immer wieder, und an die Stelle des Unbehagens tritt wohlige Wärme und die Gewissheit, wieder einmal dem Wahnsinn ein Schnippchen geschlagen zu haben, auf der schmalen rammsteinschen Brücke zwischen Vernunft und Trieb wieder einmal Erstere gewählt zu haben, im Interesse des eigenen Gutgehens. Und auch die Befriedigung, zu wissen, dass, wer nicht auf und ab geht, nicht vorwärtskommt.

 

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