Young Designers’ Mall bei PechaKucha Basel

May 26, 2009

Am ersten PechaKucha Event in Basel präsentiert Initiator Sacha Roche das Projekt Young Designers’ Mall. Der Anlass findet am Donnerstag, 28.5. im Unternehmen Mitte statt.

PechaKucha ist eine Vortragsveranstaltung der etwas anderen Art. Jeder Vortragende hat die Gelegenheit, zu 20 Powerpoint-Folien je 20 Sekunden zu sprechen. Jeder Vortrag dauert also exakt 6:40 Minuten. PechaKucha wurde in Japan erfunden und wird seither in alle Welt exportiert: bereits in 199 Städten auf der ganzen Welt wird PechaKucha durchgeführt. Zum ersten Mal erhalten am Donnerstag Redefreudige auch in Basel die Gelegenheit, vor ein breites Publikum zu stehen.

PechaKucha am 28.5.2009 im Unternehmen Mitte.
Ab 20:20.
Der Eintritt ist frei.


Young Designers’ Mall informiert

May 19, 2009

Am vergangenen Samstag, den 16. Mai lud die Young Designers’ Mall zum Informationsevent ein. In seiner Präsentation stellte Initiator Sacha Roche das genossenschaftliche Konzept vor. Diverse Designer und Ladeninhaber aus Basel und Umgebung waren anwesend. Ebenfalls wurden zur besseren Visualisierung die Bauelemente gezeigt, welche die Inneneinrichtung der Ladencontainer ausmachen werden.

Es ergab sich eine angeregte Diskussion, vor allem Fragen bezüglich der Sicherheit und im Bezug auf das konkrete Konzept der Zusammenarbeit wurden gestellt. Aus dem Gespräch und dem Event geht deutlich hervor, dass das Ladenkonzept bis ins Detail ausgearbeitet ist. Der Organisation, die auf innovative, genossenschaftliche Weise funktioniert, kann kaum mit bestehenden Projekten verglichen werden. Wer in der Young Designers’ Mall mitmacht, ist Pionier. Und hat die Chance, in einem revolutionären Projekt von Anfang an mitzuwirken.

Nähere Informationen zu Young Designers’ Mall können bei Sacha Roche bezogen werden.


Psychosomatik für Fortgeschrittene IV: Der Geist und der Körper

May 14, 2009

Die Angewohnheit, Körper und Geist als zwei getrennte Einheiten anzusehen, ist kulturell bedingt. Das stammt von einer generellen Weise, die Dinge zu betrachten. Gut oder Böse, Himmel oder Hölle, Schuld oder Sühne, Stones oder Beatles, Basel oder Zürich – ich schweife ab. Was bleibt: abendländischer Bipolaritätswahn. Wir haben es nicht anders gelernt, wir können es nicht anders, es gibt immer das Eine oder das Andere und beide sind voneinander getrennt.

Deswegen tut sich die Schulmedizin auch schwer, Psychosomatik anzuerkennen. Weil es schwierig ist, das Geistige zu diagnostizieren. Vor allem dann, wenn körperliche Symptome die freie Sicht auf den Geist verstellen. Würden wir erkennen, dass zwischen Geist und Körper kein Unterschied ist, dann wären wir einen grossen Schritt weiter. Immerhin gibt es den Körper ohne den Geist nicht (ausser in ganz wenigen Fällen, die dann beispielsweise bei big brother auftreten, ich scherze), und umgekehrt auch nicht, und genausowenig kann der Himmel ohne die Hölle existieren, das Gut ohne das Böse.

In Zeiten des Strebens nach Nachhaltigkeit und Ganzheitlichkeit sollten wir also möglicherweise bei uns selbst anfangen. Und beginnen, uns ganzheitlicher zu betrachten. Wenn es keinen Unterschied zwischen Geist und Körper gibt, was liegt dann näher, als bei körperlichen Problemen die Antwort beim Motor, beim Geist zu suchen? Vor allem, wenn wir ja sogar wissen, dass andere Kulturen dies mit Erfolg und schon lange tun? Doch das Einzige, was uns einfällt, wenn wir hören, dass ein Mensch von einem für uns unheilbaren Leiden durch Meditation, durch fernöstliche Heilpraktiken, durch Zauberei, was immer man will, befreit wurde, ist, hinzugehen und die “Scharlatane” zu entlarven, mit stolzgeschwellter Brust, weil wir doch die Klügeren sind. Und dabei ganz vergessen, dass die Therapie tatsächlich geholfen hat.

Nicht ohne Grund nennt man die Klassiker aus Teil III gerne auch mal Zivilisationskrankheiten. Das hat nichts damit zu tun, dass wir zivilisierter sein sollen als andere Gesellschaften, bei welchen diese Krankheiten nicht auftreten (und die gibt es). Sondern damit, dass unsere Ausprägung der Zivilisation sich verrannt hat, in die Wissenschaft, in die Bipolarität, in die Bigotterie. Und damit – wenn man “zivilisiert” dann schon komparativ verwenden will – müsste man sich fragen: wer ist denn weiter? Die, in deren Weltbild Geistheilung keinen Platz hat, oder die, die damit Erfolge erzielen?

>> Psychosomatik für Fortgeschrittene I

>> Psychosomatik für Fortgeschrittene II: Das Schicksal

>> Psychosomatik für Fortgeschrittene III: Die Klassiker

 

-> Mehr Lesen


Young Designers’ Mall goes public

May 13, 2009

Young Designers’ Mall (YDM) invites the public for an information event. It will take place on 16th May 2009. Project documentation will be handed out on request to info@resoluting.net. The event will cover an introduction to the project by manager Sacha Roche and an exhibition of models and renderings. The event is directed towards designers who are interested in exhibiting in YDM. However, press and the public are cordially invited, too.

SA 16th May 2009
08.30 PM
Mattenstrasse 52
4057 Basel


1. Mai 2009, Tag der Arbeit, Zürich. Die Jahrhundertkrisenschlacht bleibt aus.

May 5, 2009

Es ist 14:00 Uhr. Die Zufahrten zum Kreis 4 sind weiträumig besetzt von Wasserwerferlastwagen und Truppentransportern der Polizei. Darin lacht man, bereits behelmt zwar, aber guten Mutes, liest Zeitung, das grosse Warten. Vom Xénix her schallt das Echo von Rockmusik durch die Strassen, auf der Wiese lümmeln schwarzgekleidete Jugendliche, viele davon sehr jung, das eine oder andere Flugblatt mit überintellektuellem Polittext wird verteilt, hin und wieder plärrt aus den Lautsprechern eine Stimme, die zu irgendwas aufrufen will, aber die schlechte Akustik verhindert grösstenteils das Verstehen.

In einer Seitenstrasse, in der Sport Bar setzen wir uns in die Sonne und warten ab. Auf der gegenüberliegenden Strassenseite versammelt sich eine Gruppe Männer, die wie die Gewerkschaft Vereinigter Türsteher aussehen, kein Bisschen Punk, kein Bisschen autonom, nur muskelbepackt und mit uniformer Sonnenbrille. Und es dauert nicht lange, bis ihre Pendants auf unserer Seite stehen, selbe Figur, ähnliche Sonnenbrillen, aber Knopf und Ringelkabel im Ohr und ausgebeulte Jacken. Ein kurzes Beäugen, dann hundert Meter weiter ein Lastwagen der Polizei, mit weiteren Zivilen, zu welchen sich die Beobachter gesellen. An unseren Tisch setzen sich zwei Männer und eine Frau mit Digitalkameras, die mit kleinen, aber hocheffektiven Objektiven ausgerüstet sind, und beginnen, die Türsteher einen nach dem anderen in Grossaufnahme abzulichten.

“Ça brûle partout, à Strasbourg, à Berlin, et sans doute à la Metropole. Ça va brûler ici bientôt.”, hören wir sie sagen. “Est-ce pas une provocation, faire des fotos comme ça?” Wir verstehen zwar, aber wir verstehen nicht. Ob sie von der Presse seien, fragen wir, und sie antworten, nein, nur aus Spass an der Freude, und man könne ja später immer noch die Fotos aufs Netz stellen und schauen, wer mitgespielt habe. Weit oben ein Helikopter. Es riecht nach Aggression, nach Vorbereitung, nach Strategiespiel. Doch die Türsteher ziehen ab, die Polizisten auch, und auch die Paparazzi.

Später auf dem Helvetiaplatz, wir mischen uns in die Zuschauermenge, zusammen mit Friedliebenden und weniger Friedlichen, überall stehen die Geohrknopften und beobachten ruhig und aufmerksam das Treiben innerhalb des Zaunrunds.

Dann 15:20: Erste vermummte Schwarzgekleidete treten aus dem Rund heraus, es werden Banner ausgerollt, Metalltonnen zwecks Trommellärm bereitgestellt.

15:22: Von allen Seiten fahren die Polizeilastwagen aus den Seitenstrassen in Kampfstellung, Polizisten treten heraus, formieren sich zur Phalanx und beginnen, einen Halbkreis zu bilden um die mittlerweile in grösserer Zahl aus dem Xénix-Areal strömenden Demonstranten zurückzudrängen.

15:25: Die Polizisten marschieren vorwärts und beginnen den Kreis enger zu machen. Flaschen fliegen. Gebrüll erschallt. Und das dumpfe Phumpen der Gummigeschossgewehre. Der ganze Platz ist nun in Aufruhr, und uns entgegen stürmt eine Menge von Zerstreuten, Versprengten. Wir verlassen den Platz und gehen zum Kasernenareal.

Kaum tritt man hier ein herrscht Ruhe und Toleranz und Nebeneinander und Zusammen, GSoA, JuSo und Kulturfest. Und plötzlich fällt auf, dass die Sonne scheint. Es ist ein schöner, warmer Tag, und die Wiese lädt ein zum Frieden.

Später dann, um halb sechs, Zigaretten kaufen, die es in der Kaserne nirgends gibt, also aus dem Areal hinaus. Die letzten brennenden Mülltonnen liegen da, Polizisten mit geschulterten Gewehren, müde und abgekämpft, die Schlacht auf der Langstrasse ist geschlagen, einmal mehr dieses Jahr, aber besondere Vorkommnisse? Keine. Viele Minderjährige. Aber eine der weniger wilden Erster-Mai-Schlachten. Ein eher friedliches Jahr. Geprügelt wird, klar. Auch wie jeden 1. Mai.

Wir finanzieren Eure Krise nicht. Ging es darum? Nein. Den meisten der Schlachtenden sagt “Krise” wohl ähnlich viel wie “Kultur”. Vielleicht sind diese Flugblätter einfach doch viel zu kompliziert geschrieben.


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