Die Polizei als Wegbereiterin des Konflikts

Ein Sonntagabend am Rhein, Uferstrasse. Ein Geburtstagsfest mit dreissig Leuten. Eine kleine Anlage und ein DJ, auf gemässigter Lautstärke. Die Sonne geht langsam unter und beleuchtet glückliche Gesichter von freien Menschen. Alles ist friedlich. Sehr. Friedlich.

Um 20:20 ändert sich alles. Drei Polizeiwagen stehen plötzlich da. Kurze Information, keine Verhandlung, dann wird der Generator beschlagnahmt. Auf den – noch immer friedlich – geäusserten Ärger antwortet die Obrigkeit, indem sie die Gummischrotpistole zieht und droht. Während der ganzen Situation ist dies der einzige Moment, an dem die Stimmung plötzlich kippen könnte.

Warum? Warum bereits so früh? Hat sich ein Anwohner beschwert? Nein. Die Polizei kam nur zufällig vorbei und fühlte sich wohl ausser Kontrolle. Das scheint in letzter Zeit überhaupt ein öfter auftretendes Phänomen zu sein: Wenn die Polizei denkt, dass die Kontrolle verloren geht, dann wird scharf geschossen. Allerdings mit Kanonen auf Spatzen. Denn wohl gibt es in Basel eine verschwindend kleine Minderheit, deren Ziel Randale zu sein scheint. Aber deswegen alle lebensfreudigen Menschen über diesen Kamm zu scheren ist nicht nur ungespürt und kurzsichtig sondern vor allem nicht sehr clever. Denn die, welche friedlich an einem Sonntagabend am Rhein Geburtstag feiern, haben keine Randale im Sinn. Aber wenn sie in die offenen Mündungen von Gummischrotkanonen blicken, die ohne Grund auf sie gerichtet werden, dann könnte sich das auch einmal ändern. Das ist ganz einfaches psychologisches Einmaleins.

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