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	<title>Writer On Art &#187; denkanstösse</title>
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		<title>Writer On Art &#187; denkanstösse</title>
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		<title>Psychosomatik für Fortgeschrittene IV: Der Geist und der Körper</title>
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		<pubDate>Thu, 14 May 2009 06:19:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>writeronart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Angewohnheit, Körper und Geist als zwei getrennte Einheiten anzusehen, ist kulturell bedingt. Das stammt von einer generellen Weise, die Dinge zu betrachten. Gut oder Böse, Himmel oder Hölle, Schuld oder Sühne, Stones oder Beatles, Basel oder Zürich &#8211; ich schweife ab. Was bleibt: abendländischer Bipolaritätswahn. Wir haben es nicht anders gelernt, wir können es [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=writeronart.com&#038;blog=1404220&#038;post=303&#038;subd=istwasesist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Angewohnheit, Körper und Geist als zwei getrennte Einheiten anzusehen, ist kulturell bedingt. Das stammt von einer generellen Weise, die Dinge zu betrachten. Gut oder Böse, Himmel oder Hölle, Schuld oder Sühne, Stones oder Beatles, Basel oder Zürich &#8211; ich schweife ab. Was bleibt: abendländischer Bipolaritätswahn. Wir haben es nicht anders gelernt, wir können es nicht anders, es gibt immer das Eine oder das Andere und beide sind voneinander getrennt.</p>
<p>Deswegen tut sich die Schulmedizin auch schwer, Psychosomatik anzuerkennen. Weil es schwierig ist, das Geistige zu diagnostizieren. Vor allem dann, wenn körperliche Symptome die freie Sicht auf den Geist verstellen. Würden wir erkennen, dass zwischen Geist und Körper kein Unterschied ist, dann wären wir einen grossen Schritt weiter. Immerhin gibt es den Körper ohne den Geist nicht (ausser in ganz wenigen Fällen, die dann beispielsweise bei big brother auftreten, ich scherze), und umgekehrt auch nicht, und genausowenig kann der Himmel ohne die Hölle existieren, das Gut ohne das Böse.</p>
<p>In Zeiten des Strebens nach Nachhaltigkeit und Ganzheitlichkeit sollten wir also möglicherweise bei uns selbst anfangen. Und beginnen, uns ganzheitlicher zu betrachten. Wenn es keinen Unterschied zwischen Geist und Körper gibt, was liegt dann näher, als bei körperlichen Problemen die Antwort beim Motor, beim Geist zu suchen? Vor allem, wenn wir ja sogar wissen, dass andere Kulturen dies mit Erfolg und schon lange tun? Doch das Einzige, was uns einfällt, wenn wir hören, dass ein Mensch von einem für uns unheilbaren Leiden durch Meditation, durch fernöstliche Heilpraktiken, durch Zauberei, was immer man will, befreit wurde, ist, hinzugehen und die &#8220;Scharlatane&#8221; zu entlarven, mit stolzgeschwellter Brust, weil wir doch die Klügeren sind. Und dabei ganz vergessen, dass die Therapie tatsächlich geholfen hat.</p>
<p>Nicht ohne Grund nennt man die <a href="http://istwasesist.wordpress.com/2009/04/24/psychosomatik-fur-fortgeschrittene-iii-die-klassiker/" target="_self">Klassiker aus Teil III</a> gerne auch mal Zivilisationskrankheiten. Das hat nichts damit zu tun, dass wir zivilisierter sein sollen als andere Gesellschaften, bei welchen diese Krankheiten nicht auftreten (und die gibt es). Sondern damit, dass unsere Ausprägung der Zivilisation sich verrannt hat, in die Wissenschaft, in die Bipolarität, in die Bigotterie. Und damit &#8211; wenn man &#8220;zivilisiert&#8221; dann schon komparativ verwenden will &#8211; müsste man sich fragen: wer ist denn weiter? Die, in deren Weltbild Geistheilung keinen Platz hat, oder die, die damit Erfolge erzielen?</p>
<p>&gt;&gt; <a href="http://istwasesist.wordpress.com/2009/04/09/psychosomatik-fur-fortgeschrittene-i/" target="_self">Psychosomatik für Fortgeschrittene I</a></p>
<p>&gt;&gt; <a href="http://istwasesist.wordpress.com/2009/04/14/psychosomatik-fur-fortgeschrittene-ii-das-schicksal/" target="_self">Psychosomatik für Fortgeschrittene II: Das Schicksal</a></p>
<p>&gt;&gt; <a href="http://istwasesist.wordpress.com/2009/04/24/psychosomatik-fur-fortgeschrittene-iii-die-klassiker/" target="_self">Psychosomatik für Fortgeschrittene III: Die Klassiker</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://writeronart.com/kolumne/">-&gt; Mehr Lesen</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/istwasesist.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/istwasesist.wordpress.com/303/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/istwasesist.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/istwasesist.wordpress.com/303/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/istwasesist.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/istwasesist.wordpress.com/303/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/istwasesist.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/istwasesist.wordpress.com/303/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/istwasesist.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/istwasesist.wordpress.com/303/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/istwasesist.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/istwasesist.wordpress.com/303/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/istwasesist.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/istwasesist.wordpress.com/303/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=writeronart.com&#038;blog=1404220&#038;post=303&#038;subd=istwasesist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Winterparanoia</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jan 2009 15:29:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>writeronart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Und manchmal wird das metaphysische Gruseln, die kosmische Grundparanoia zum feuerspeienden Drachen, türmt sich als brausende Windhose vor einem auf, nimmt die Sicht auf alles andere als das Eine, das Projekt, die Projektion, nach welcher die Angst verlangt, denn wovor genau, wissen wir das denn? Einfacher ist das aktive Definieren, das Beziehen auf das naheliegendste [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=writeronart.com&#038;blog=1404220&#038;post=78&#038;subd=istwasesist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und manchmal wird das metaphysische Gruseln, die kosmische Grundparanoia zum feuerspeienden Drachen, türmt sich als brausende Windhose vor einem auf, nimmt die Sicht auf alles andere als das Eine, das Projekt, die Projektion, nach welcher die Angst verlangt, denn wovor genau, wissen wir das denn? Einfacher ist das aktive Definieren, das Beziehen auf das naheliegendste Angstmachende, denn Angstmachendes gibt es genug in einer Welt, die wir nur ertragen, indem wir den grössten Teil gleich im Grosshirn schon wegfiltern, denn &#8220;Wahrnehmen kann Ihre Gesundheit gefährden&#8221;, vor allem, wenn es filterlos genossen wird, auch wenn es dann viel schöner kratzt im Hirn und einen immerwährenden leichten Schwindel, ein taumelndes Wabern, ein kaltes Kribbeln unter der Haut hervorbringt.</p>
<p>Aber das gibt sich auch immer wieder, und an die Stelle des Unbehagens tritt wohlige Wärme und die Gewissheit, wieder einmal dem Wahnsinn ein Schnippchen geschlagen zu haben, auf der schmalen rammsteinschen Brücke zwischen Vernunft und Trieb wieder einmal Erstere gewählt zu haben, im Interesse des eigenen Gutgehens. Und auch die Befriedigung, zu wissen, dass, wer nicht auf und ab geht, nicht vorwärtskommt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&gt;&gt; <a href="http://writeronart.com/kolumne/">Mehr Lesen</a></p>
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		<title>Hahnenkampf</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Nov 2008 21:19:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Auf einem Stück brachen Landes am Rande der Stadt ein Zelt, darunter behelfsmässige Tribünen aus rohen Brettern und Blech, bepackt mit Mexikanern jeden Alters, Archetypen ein jeder für sich selbst, gespannt und aufgeregt, um ein sandiges Rund eingeschlossen von getäfertem Holz, beleuchtet vom kalten Schein fünfer Energiesparlampen, der Lärmpegel ist beinahe unausstehlich, Bier und Tacos [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=writeronart.com&#038;blog=1404220&#038;post=66&#038;subd=istwasesist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf einem Stück brachen Landes am Rande der Stadt ein Zelt, darunter behelfsmässige Tribünen aus rohen Brettern und Blech, bepackt mit Mexikanern jeden Alters, Archetypen ein jeder für sich selbst, gespannt und aufgeregt, um ein sandiges Rund eingeschlossen von getäfertem Holz, beleuchtet vom kalten Schein fünfer Energiesparlampen, der Lärmpegel ist beinahe unausstehlich, Bier und Tacos und Geschrei und krähendes Federvieh: die Gebrüder Aguirre haben zum Turnier geladen, Torneo de Gallos, Hahnenkampf.</p>
<p>Rot gegen Grün, Hahn gegen Hahn, Klingen an den Füssen, mit angesprühter Coca Cola aggressiv gemacht, ein Flattern, ein Durcheinander aus braunen, roten, weissen Federn, nichts genaues mehr zu erkennen (hinter uns das breite Quäken eines Amerikaners: Go Red, Go Red, Red&#8217;s down, Red&#8217;s up, oh no, come on, und eigentlich klingt das ein wenig wie Kikeriki, nur nicht ganz so heiser und ein ganz kleines Bisschen artikulierter, aber wer ist denn der Hahn im Zelt?), dann Stillstand: der Sieger sitzt rittlings auf dem getöteten Widersacher, Kehle durch, Fall klar: &#8220;Y gano Rojo!&#8221;.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Konsuminferno</title>
		<link>http://writeronart.com/2008/11/11/konsuminferno/</link>
		<comments>http://writeronart.com/2008/11/11/konsuminferno/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 11 Nov 2008 02:50:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>writeronart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine breite staubige Strasse zwischen vier- und fünfstöckigen gelben und orangen Häusern im nachempfundenen Kolonialstil, im Stau stehende Ungeduldige ohne Partikelfilter und mit lauten Hupen, drängelnd und spurwechselnd, zu beiden Seiten Läden, Diskotheken müsste man sagen, jede ein anderes Produkt, eine andere Musik, mit Konzertanlagen auf der Strasse vor dem Eingang, einige davon einfach nur [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=writeronart.com&#038;blog=1404220&#038;post=59&#038;subd=istwasesist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine breite staubige Strasse zwischen vier- und fünfstöckigen gelben und orangen Häusern im nachempfundenen Kolonialstil, im Stau stehende Ungeduldige ohne Partikelfilter und mit lauten Hupen, drängelnd und spurwechselnd, zu beiden Seiten Läden, Diskotheken müsste man sagen, jede ein anderes Produkt, eine andere Musik, mit Konzertanlagen auf der Strasse vor dem Eingang, einige davon einfach nur laut, andere überdreht scheppernd und plärrend, dahinter die hellerleuchteten Schaufenster, nichts gibt es, was man hier nicht findet, nur wenn man etwas Bestimmtes sucht ist man verloren, Schuhe, Hochzeitskleider, Sonderangebote, Schmuck und Tand, davor Stände schreiender Auslagen und Imbisstände mit Maiskolben und Perros Calientes, der Durchgang zwischen Essen und Einkauf ist gerade mal zwei Menschen breit und überfüllt, die Massen ergiessen sich konstant in die Läden und ein Rückfluss spült andere Menschen ins Freie.</p>
<p>Betäubt von den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Angebots, vom überwältigenden Reizüberfluss, stolpern durch vollkommen Andersartiges und doch Vertrautes und entweder die Pforten öffnen um alles wahrzunehmen, eins werden, sich verlieren oder die Konzentration wahren und ob aller extremurbanen Ablenkung das Ziel nicht aus den Augen verlieren und auf dem Weg den Hindernissen ausweichen, nicht zum Hindernis für sich selbst sondern zum Instrument des eigenen Willens werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&gt;&gt; <a href="http://writeronart.com/kolumne/">Mehr Lesen</a></p>
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		<title>Stadt der Clowns</title>
		<link>http://writeronart.com/2008/10/07/stadt-der-clowns/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Oct 2008 20:23:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>writeronart</dc:creator>
				<category><![CDATA[denkanstösse]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Tal der Hundert Täler im Tessin, in einem kleinen Dorf an der Melezza, die sich hier durch ihr breites Bett aus weissen strausseneiergrossen Kieseln schlängelt (so dass man, wenn man die Szene betrachtet, denkt: wie auf einem fremden Planeten, als wüsste man, wie es auf einem fremden Planeten aussieht) werden in einem unscheinbaren Haus [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=writeronart.com&#038;blog=1404220&#038;post=50&#038;subd=istwasesist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Tal der Hundert Täler im Tessin, in einem kleinen Dorf an der Melezza, die sich hier durch ihr breites Bett aus weissen strausseneiergrossen Kieseln schlängelt (so dass man, wenn man die Szene betrachtet, denkt: wie auf einem fremden Planeten, als wüsste man, wie es auf einem fremden Planeten aussieht) werden in einem unscheinbaren Haus am Dorfplatz Clowns ausgebildet. Es mögen nicht nur Clowns sein, Artisten im Allgemeinen eher, doch die Schule wurde seinerzeit von einem berühmten Clown gegründet, deswegen: Clowns.</p>
<p>Und wo man sich bewegt in diesem Dorf, eine sonnenbeschienene Strasse, am Eingang und Ausgang der spärlichen Anhäufung von Häusern so schmal, dass Autos nicht kreuzen können und ein paar kopfsteinpflasterne steile Gassen zwischen Bruchsteinmauern und rebenverwachsenen Pergole, sieht man werktags junge Menschen mit schlackernden Stoffhosen und seltsamen Schuhen, Requisiten in der Hand, die sich irgendwo eine gute Stelle suchen, wo sie eine Nummer einstudieren gehen, irgendwo im Versteckten, denn üben sieht man sie nicht. Und wenn man auf der grauen Steinbank unter den Kastanienbäumen auf dem Dorfplatz sitzt und die Leute beobachtet, fragt man sich bei jedem Menschen, der an einem vorübergeht: Clown? Und irgendwann bemerkt man, dass man sich selbst meist dieselbe Antwort gibt: Clown.</p>
<p>Und wenn man dann weitergeht, aus dem Dorf hinaus, und sich selbst einen Moment mit den Augen Anderer betrachtet, auch dann fragt man sich wieder, und die Antwort, als wenn es nun keine Andere mehr gäbe, ist dieselbe. Es ist nicht das Lachen, mit dem Clowns anstecken. Vielleicht halten sie einem einfach einen Spiegel vor, in dem man sich selbst einen Moment betrachtet: Clown.</p>
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		<title>Knabenschiessen</title>
		<link>http://writeronart.com/2008/09/21/knabenschiessen/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Sep 2008 18:53:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>writeronart</dc:creator>
				<category><![CDATA[denkanstösse]]></category>

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		<description><![CDATA[Es werden wieder Knaben geschossen in Zürich. Ich bin zum ersten Mal hier auf dem Albisgüetli, habe keine Ahnung. Das Albisgüetli, der Name, klar ist der bekannt. Und konnotiert mit den Rechteren. Natürlich. Aber darüber habe ich gar nicht nachgedacht. Chilbi &#8211; und dabei fällt mir ein, dass es im Baseldeutschen gar keinen Begriff dafür [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=writeronart.com&#038;blog=1404220&#038;post=47&#038;subd=istwasesist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es werden wieder Knaben geschossen in Zürich. Ich bin zum ersten Mal hier auf dem Albisgüetli, habe keine Ahnung. Das Albisgüetli, der Name, klar ist der bekannt. Und konnotiert mit den Rechteren. Natürlich. Aber darüber habe ich gar nicht nachgedacht. Chilbi &#8211; und dabei fällt mir ein, dass es im Baseldeutschen gar keinen Begriff dafür gibt, wir kennen dergleichen Treiben in der Rheinstadt nur von der Herbstmesse, aber das ist nicht vergleichbar, weder semantisch noch konzeptionell &#8211; am Berg, steil ist es, das fällt auf, und jede Menge Menschen, Grillgeruch, Crêpes, Dürüm, Falafel. Unglaubliches Erfindertum, wenn es darum geht, &#8220;Du triffst und kriegst dafür einen hässlichen Preis&#8221; in alle möglichen Umsetzungsformen zu kleiden.</p>
<p>Und dann, oben auf dem Berg, das Ganze einigermassen überblickend, das Albisgüetli. Wir steuern auf der Suche nach einer Toilette in Richtung Eingang. Das Gebäude, altertümlich, wie ein Rittersaal aus alten Filmen mutend, so dass man darin eigentlich einen Thron und einen ganzen Ochsen am Spiess und darum ein wüstes Gelage mit Trinkhörnern und vulgäres Gegröhle erwartet, wird bewacht von einer modernen Variante der hellebardenkreuzenden Türwachen, zwei schwarzgekleidete Sicherheitsfachkräfte, die mich äusserst verdächtigend mustern, und da fällt mir ein: wegen des unerwarteten Temperatursturzes habe ich einen Pullover ausgeliehen, schwarz mit Kapuze und Toten-Hosen-Emblem, dazu einen Schal, der in den Achtziger Jahren noch Erkennungszeichen einer politischen Aussage war, mittlerweile zum Accessoire einer hippen Designergeneration verkommen ist, doch offensichtlich löst er noch immer gewisse Gefühle aus. Ich bin als Punk verkleidet, da hilft es auch nicht, dass vom Gürtel abwärts der Tag als Berater in der Bank noch zu erkennen wäre.</p>
<p>Im Inneren lange Tische, ein Rednerpodium, an welchem man vor dem inneren Auge gleich die SVP donnern sieht, neben Zunftsfahnen und hinter kleinen Gestecken, denen man Schärpen angezogen hat, die feierlich und ehrenhaft wirken wie Trauerkränze, für die Knaben vielleicht? Ich durchquere den Saal, fühle Blicke, die sich in meine Seite, meinen Rücken bohren, und die, welchen Meiner begegnet, werden gesenkt, als ob der direkte Augenkontakt mit mir bereits verunreinigend wirkte: ein Linker, offensichtlich. Ich bin froh, aus dem Güetli wieder austreten zu können, nachdem ich drinnen ausgetreten bin, und auch wenn es mich ein kleines Bisschen schaudert, dass ich einen Teil von mir dort gelassen habe, wenn auch nur Abfallprodukt und sogleich weggespült. Ein wenig voodooesk. Ich gebe es zu. Aber was bleibt mir anderes übrig: Knaben schiessen.</p>
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		<title>Nationalfeiertag</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 19:06:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>writeronart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Schweizerfahnen kriechen aus ihren Verstecken, werden aus der Truhe geholt, wo sie morgen wieder säuberlich gefaltet vesorgt werden. Man sieht es ihnen an: ein grobes Netz feiner Bügelmarken zieht sich rechtwinklig darüber, und sauber gewaschen sind sie, als würden sie einmal im Jahr, nach ihrem Einsatz in der Sommerbrise vom Staub des Nationalfeiertags befreit [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=writeronart.com&#038;blog=1404220&#038;post=40&#038;subd=istwasesist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schweizerfahnen kriechen aus ihren Verstecken, werden aus der Truhe geholt, wo sie morgen wieder säuberlich gefaltet vesorgt werden. Man sieht es ihnen an: ein grobes Netz feiner Bügelmarken zieht sich rechtwinklig darüber, und sauber gewaschen sind sie, als würden sie einmal im Jahr, nach ihrem Einsatz in der Sommerbrise vom Staub des Nationalfeiertags befreit zurückgelegt, zwischen Mottenkugeln, um das Symbol nicht dem Zahn der Zeit auszusetzen, dem das Symbolisierte längst zum Opfer gefallen ist. Schweizersein als Tugend nur an diesem einen Tag, die eigene Behaftetheit, aus der gehüteten Versenkung befreit, mit stolzgeschwellter Brust an das rostige Geländer eines Jugendstilbalkons gehängt, unwirklich, konstruiert: die Nation bleibt Einbildung.</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/istwasesist.wordpress.com/40/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/istwasesist.wordpress.com/40/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/istwasesist.wordpress.com/40/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/istwasesist.wordpress.com/40/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/istwasesist.wordpress.com/40/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/istwasesist.wordpress.com/40/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/istwasesist.wordpress.com/40/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/istwasesist.wordpress.com/40/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/istwasesist.wordpress.com/40/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/istwasesist.wordpress.com/40/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/istwasesist.wordpress.com/40/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/istwasesist.wordpress.com/40/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/istwasesist.wordpress.com/40/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/istwasesist.wordpress.com/40/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/istwasesist.wordpress.com/40/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/istwasesist.wordpress.com/40/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=writeronart.com&#038;blog=1404220&#038;post=40&#038;subd=istwasesist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Neubeginn</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Sep 2008 21:07:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>writeronart</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie man sich verknüpft, vernetzt, verknotet wiederfindet im Schnittmuster des Bewusstseins, gewachsen und erwachsen aus tausend Leben, Maschengebilde zwischen Erfahrungen, hundert mal zerrissen und geflickt, Knoten, die ein Vielfaches der Verbindungen bilden, kaum sichtbar ist mehr jede Struktur, aufgeknüpft, verfangen, nach Luft schnappend weil wie beim Hai das Vorwärtsbewegen Atmung bedeutet und Stillstand Ersticken. Und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=writeronart.com&#038;blog=1404220&#038;post=34&#038;subd=istwasesist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie man sich verknüpft, vernetzt, verknotet wiederfindet im Schnittmuster des Bewusstseins, gewachsen und erwachsen aus tausend Leben, Maschengebilde zwischen Erfahrungen, hundert mal zerrissen und geflickt, Knoten, die ein Vielfaches der Verbindungen bilden, kaum sichtbar ist mehr jede Struktur, aufgeknüpft, verfangen, nach Luft schnappend weil wie beim Hai das Vorwärtsbewegen Atmung bedeutet und Stillstand Ersticken.</p>
<p>Und plötzlich, ganz einfach, das Aussprechen eines Willens, und das ganze Gebilde wird gesprengt mit lautlosem Urknall, dass es sich zerfasert, zerpflückt, zerfetzt schwerelos in die entstandene Leere breitet, jeder Faden gewesene verblassende Illusion, jeder Knoten ein Stern am Himmel der Erinnerung, Mahnmal, Stecknadel auf der Weltkarte des Bewusstseins.</p>
<p>Und in den unverhofften Raum, wie kleine elektrisierende Blitze, bildet sich filigran ein neues Netz, genährt und aufgebaut aus Erfahrungen, aus Beentheres und Donethats, weil man weiss was man nicht will und deshalb vielleicht weiss was man will, und das Neue ist klar und leicht und transparent und fragil noch, doch in jeder Sekunde wird es heller, vertrauter, deutlicher sichtbar, und aus den scheinbar ziellos sich verstrebenden Punkten ergibt sich, wie wenn man mit Linien Nummern in Kinderzeitschriften miteinander verbindet, langsam und immer mehr und immer realer ein neues Bild, ein neues Gesicht, strahlender und heller als alles Gewesene: ein neues Sein.</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/istwasesist.wordpress.com/34/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/istwasesist.wordpress.com/34/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/istwasesist.wordpress.com/34/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/istwasesist.wordpress.com/34/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/istwasesist.wordpress.com/34/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/istwasesist.wordpress.com/34/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/istwasesist.wordpress.com/34/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/istwasesist.wordpress.com/34/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/istwasesist.wordpress.com/34/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/istwasesist.wordpress.com/34/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/istwasesist.wordpress.com/34/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/istwasesist.wordpress.com/34/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/istwasesist.wordpress.com/34/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/istwasesist.wordpress.com/34/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/istwasesist.wordpress.com/34/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/istwasesist.wordpress.com/34/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=writeronart.com&#038;blog=1404220&#038;post=34&#038;subd=istwasesist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Aye</title>
		<link>http://writeronart.com/2008/07/04/aye/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Jul 2008 08:56:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>writeronart</dc:creator>
				<category><![CDATA[denkanstösse]]></category>

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		<description><![CDATA[Die schöne Hafenstadt, so wunderbar, so lebendig, so heimisch sie sich anfühlt, hat nichts mehr zu bieten. Andere Händler sind angekommen, die ihre Geschäfte nun tätigen, die ihren Profit schlagen wollen, und das sollen sie tun. Ich setze die Segel, löse die schweren Taue, von der langen Liegezeit schon mit grünfaserigen Vorhängen aus Tang behängt [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=writeronart.com&#038;blog=1404220&#038;post=31&#038;subd=istwasesist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die schöne Hafenstadt, so wunderbar, so lebendig, so heimisch sie sich anfühlt, hat nichts mehr zu bieten. Andere Händler sind angekommen, die ihre Geschäfte nun tätigen, die ihren Profit schlagen wollen, und das sollen sie tun. Ich setze die Segel, löse die schweren Taue, von der langen Liegezeit schon mit grünfaserigen Vorhängen aus Tang behängt und steche in See, die mich schon erwartet, die Freiheit, die Unendlichkeit und die Ruhe, aber auch Flaute, Sturm, Unwetter.</p>
<p>Ein neues Kapitel, ein neues Abenteuer, neue Länder, neue Städte, neue Häfen, überall warten sie auf die exquisite Ladung, auf das Kostbare, auf das Unbekannte, auf das Andere. In die Wanten, treue Matrosen, es geht los, blickt nicht zurück, wenn Poseidon es will werden wir hier irgendwann wieder angespült. Bis dahin: Farewell, und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/istwasesist.wordpress.com/31/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/istwasesist.wordpress.com/31/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/istwasesist.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/istwasesist.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/istwasesist.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/istwasesist.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/istwasesist.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/istwasesist.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/istwasesist.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/istwasesist.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/istwasesist.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/istwasesist.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/istwasesist.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/istwasesist.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/istwasesist.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/istwasesist.wordpress.com/31/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=writeronart.com&#038;blog=1404220&#038;post=31&#038;subd=istwasesist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Mädchen im Park</title>
		<link>http://writeronart.com/2008/05/17/madchen-im-park/</link>
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		<pubDate>Sat, 17 May 2008 10:54:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>writeronart</dc:creator>
				<category><![CDATA[denkanstösse]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal denke ich, ich komme nur wegen der Eichhörnchen hierher. Und jedesmal wenn ich hier bin, fällt mir ein, dass ich ihnen Nüsse kaufen wollte. Dann denke ich, dass ich wohl doch nicht wegen der Eichhörnchen hier bin, auch wenn es hier so viele von ihnen gibt, sonst würde ich die Nüsse wohl mal gekauft [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=writeronart.com&#038;blog=1404220&#038;post=30&#038;subd=istwasesist&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal denke ich, ich komme nur wegen der Eichhörnchen hierher. Und jedesmal wenn ich hier bin, fällt mir ein, dass ich ihnen Nüsse kaufen wollte. Dann denke ich, dass ich wohl doch nicht wegen der Eichhörnchen hier bin, auch wenn es hier so viele von ihnen gibt, sonst würde ich die Nüsse wohl mal gekauft haben. Ich glaube, in dieser Stadt gibt es mehr Eichhörnchen als in irgend einer anderen Stadt. Und in diesem kleinen Park haben sie ihr Hauptquartier.</p>
<p>Heute bin ich nicht wegen der Eichhörnchen hier. Heute bin ich hier, weil ich in diesem Park noch nie einen anderen Menschen gesehen habe. Ich bin hier, weil ich an diesem Ort allein bin. Selbst in meiner Wohnung bin ich nicht so allein wie hier. Auch wenn es in meiner Wohnung keine Eichhörnchen gibt.</p>
<p>Der Park ist perfekt quadratisch. Vor dem Eingang führt eine Strasse vorbei, alle anderen Seiten werden von Häuserwänden begrenzt. Wenn man die Strasse entlanggeht, ist der Park eine grüne Zahnlücke im einförmigen Gebiss der grauen Häuser. Eigentlich ist es ein trostloser Ort, aber genau deswegen spendet er mir Trost. Ich kann hier klein sein, ganz klein, kleiner als die Eichhörnchen.</p>
<p>Die Mitte des Parks bildet ein kleines Rund mit vier steinernen Sitzbänken. Ich habe mich oft gefragt, weshalb hier vier Sitzbänke stehen, wenn ich doch der Einzige bin, der hin und wieder hier ist und immer dieselbe Bank benütze. Aber die Leute, die den Park geplant haben, konnten das nicht wissen.</p>
<p>Sobald ich den kühlen Stein der Sitzbank durch den Stoff meiner Hose fühlen kann, lehne ich mich zurück und blicke hinauf, zwischen den Bäumen hindurch, in das kleine Stückchen Himmel, das von hier aus sichtbar ist. Ich lasse meine Gedanken kreisen, versuche, sie nicht zu steuern, sondern denke planlos in die Welt hinaus. Meistens jedenfalls. Heute ist das anders.</p>
<p>Anna hat mich verlassen. Es war das Ende einer langen Geschichte, bei der sogar das Ende sich hingezogen hat. Manche Dinge, die in der letzten Zeit passiert sind, habe ich verstanden, aber das Meiste blieb mir verborgen. Ich habe nur gemerkt, dass es für sie immer schwieriger wurde, mit mir zusammenzusein. Anfangs hatte ich Angst, weil ich wusste, dass etwas nicht stimmte und nichts dagegen unternehmen konnte. Dann wich die Furcht irgendwann, und ich fand mich damit ab, dass ich es nicht verstehen konnte. Als sie ging, war ich nicht ganz sicher, weshalb, und jedesmal, wenn ich sie danach fragte, wurde sie wütend. Also liess ich es bleiben.</p>
<p>Jetzt wo Anna weg ist, ist da eine Leere. Aber die Leere ist nicht in meinem Herzen. Die einzige Leere, die ich fühle, ist, dass es niemanden mehr gibt, der abends nach Hause kommt. Ich höre die Tür abends gegen halb sieben noch oft aufgehen. Ich stehe regelmässig auf, um nachzusehen. Aber wahrscheinlich hat sich auch mein Ohr an Anna gewöhnt. Irgendwann werde ich die Tür nicht mehr hören.</p>
<p>Es ist etwas anderes, das mich beunruhigt. Da ist kein Schmerz. So sicher ich mir bin, dass ich Anna liebe, so sicher war ich mir auch, dass es weh tun würde, wenn sie ginge. Ich frage mich lange und immer wieder, ob das denn Liebe ist, ob ich überhaupt eine Ahnung habe, was Liebe ist und ob ich sie denn sonst jemals finden werde. Und gleichzeitig weiss ich ganz genau, dass Anna und ich zusammengehören und dass das was jetzt passiert nicht richtig ist.</p>
<p>Wenn ich jetzt auf der kühlen Steinbank sitze, dann kann ich meine Gedanken nicht mehr planlos kreisen lassen. Ich sehe hinauf in den Himmel und der Himmel ist nicht einfach blau oder bewölkt oder grau. Er ist das Tor zu einer Welt, die Anna und mir gehört. Ich habe dieses Tor nie von aussen gesehen und deshalb war früher der Himmel auch einfach blau oder bewölkt oder grau. Aber seit Anna weg ist, sehe ich nur noch das Tor. Es ist geschlossen. Und ich finde den Schlüssel nicht mehr.</p>
<p>Während ich noch hinaufsehe, bemerke ich eine Veränderung. Ich senke den Blick, hole meine Gedanken von weit her zurück, lenke sie durch die Lücke in den Baumkronen, die hohen Stämme hinunter, viel langsamer als mein Blick reist. Meine Augen haben das Mädchen schon bemerkt, als es meine Gedanken erreichen. Es ist ein kleines Mädchen, das mir gegenüber auf der anderen Steinbank sitzt. Es sieht mich direkt an und als unsere Blicke sich treffen fährt ein Stechen in meine Brust.</p>
<p>Einen Moment lang sitze ich fast atemlos da, mein Herz rast. Wer ist dieses Mädchen? Wer wagt es, in mein Reich einzudringen? Ich kenne diese Augen. Sie blicken direkt in mich hinein, ich kann meinen Blick nicht abwenden, fühle mich ausgeliefert. Dann fühle ich Wärme in mir aufsteigen, der Dolch in meiner Brust schmilzt, mein Herz beruhigt sich. Die Welt um mich herum versinkt in Schatten. Das Mädchen sitzt einfach nur da und sieht mich an, ohne zu lächeln, ihre Augen leuchten. Ich kenne diese Augen. Woher nur? Aber der Gedanke ist nur noch ganz leise, irgendwo in meinem Kopf. Ich bin erfüllt mit Licht, als ob wir zwei, sie und ich, eine Sonne sind, die die dunkle Welt um uns mit ihrem Leuchten erfüllt.</p>
<p>Dann erscheint alles wieder und wir sitzen einfach nur da, und jetzt spielt ein leises Lächeln um ihre Lippen. Sie faltet ihre Hände, so wie man seine Hände faltet, wenn man etwas darin verbirgt. Sie wendet ihren Blick ab führt die gefalteten Hände zu ihrem Gesicht, kneift das eine Auge zusammen und späht mit dem Anderen in den kleinen Hohlraum. Ich sitze einfach da und betrachte sie.</p>
<p>Nach einiger Zeit lässt sie die Hände sinken und blickt mich wieder an. Wieder hat sie ein leises Lächeln auf den Lippen, kaum sichtbar und doch fühle ich es in meinem Innersten als lächle meine Seele. Wie automatisch falte ich meine Hände und spähe mit einem Auge in den Hohlraum. Es ist nichts zu sehen, pechschwarze Dunkelheit. Ich nehme die Hände wieder von meinem Gesicht und öffne die Augen. Sie steht direkt vor mir, aber ich erschrecke nicht einmal, wieder bin ich voll dieser Wärme. Ganz ruhig und sanft nimmt sie meine immer noch gefalteten Hände und führt sie zurück zu meinem Gesicht.</p>
<p>Das Dunkel ist nicht mehr nur schwarz, ich sehe einen winzigen blauen Punkt, wie ein weit entfernter Stecknadelkopf. Ich konzentriere mich darauf, während die Wärme durch mich hindurchfliesst, mich durchtränkt. Der blaue Punkt leuchtet stärker, wird grösser, jetzt ist es ein Samenkorn, dann eine blaue Perle. Sie leuchtet aus der Mitte heraus, in ihrem Zentrum ist sie fast weiss. Das Leuchten beginnt sich auszubreiten, wird stärker, wie eine kleine blaue Sonne, ich bin geblendet, doch ich kann mein Auge nicht abwenden. Etwas in mir löst sich in diesem Licht auf, ich fühle mich frei und bemerke, dass ich meinen Körper, meine Hände und meine Gedanken nicht mehr finden kann. Die Perle verschwindet, Schwärze verschluckt sie, schwappt über sie wie Wasser über einen Stein und es bleibt nur ein kleiner wabernder Punkt, da wo sich das Licht in meine Netzhaut eingeprägt hat.</p>
<p>Es dauert einen Moment, bis mir bewusst wird, dass ich immer noch in meinem Körper und auf der Steinbank im Park sitze. Als ich wieder aufblicke, ist das Mädchen weg. Ich bleibe einen Moment einfach nur sitzen, bemerke, wie ich die Bank anstarre, auf der sie gesessen hat, dann lasse ich den Kopf nach hinten fallen und Blicke hinauf, durch den Zwischenraum in den Bäumen. Der Himmel ist blau. Einfach nur blau.</p>
<p>Später, in meiner Wohnung. Irgend etwas ist anders. Ich betrete das Wohnzimmer. Anna sitzt auf dem Sessel, der gegenüber der Tür steht. Sie nimmt ihre gefalteten Hände herunter, und lächelt mich an. Ich kenne diese Augen. Sie blicken direkt in mich hinein.</p>
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