Ende April. Folge Sechs der höchst selektiven Zusammenstellung von Ereignissen der Welt.

April 30, 2012

Die haben nun rausgekriegt, dass es Kinderarbeit in Glencore-Minen gibt. Liebe Watchdogs. Macht’s doch mal andersrum: Verdächtigt sämtliche Minen der Kinderarbeit und findet dann heraus, welche KEINE Kinder beschäftigen. Geht schneller und wird nur ganz wenige geben, die davonkommen. Und mit den Worten Hagen Rethers: Die kriegen alles raus. Als nächstes werden die rauskriegen, dass Monsanto mit Kartellpreisen Saatgut kontrolliert.

In Afrika haben Forscher ungeheure Wasserreservoire tief unter der Erde entdeckt. Namentlich in Nordafrika, in Gegenden, die von Dürre besonders heimgesucht werden. Was denkt ihr, wie schnell wird es gehen, bis Nestlé dieses Wasser fördern wird, weil niemand sonst das Geld hat, die Reservoire zu erschliessen, und anschliessend das kostbare Nass in Flaschen füllt und exklusiv verkauft? Die kündigen nämlich schon an, dass eine erwartete verbesserte Rohstoffsituation die Zahlen für’s 2012 sichern wird. Verdächtig, nicht? Möglicherweise kommt ja aber auch Google und macht das Geschäft strittig, und anschliessend kauft man in Nordafrika dann nur noch Zoogle in Flaschen. Was fast sicher ist: einfach nur so wird die afrikanische Bevölkerung dieses Wasser nicht nutzen können. Wär doch schade. Gibt ja Geld zu verdienen.

Um noch rasch bei Nestlé zu bleiben: die haben grad für 11.6 Milliarden Pfizer Nutrition gekauft. Damit ist der Konzern auch in Sachen Babynahrung wohl die Nummer Eins auf der Welt. Allerdings müssten sie sich überlegen, ins Pfizer-Paket auch gleich die kleine Blaue zu integrieren. Das wäre doch eine nachhaltige Wertschöpfungskette: Viagra für mehr Babys, die man dann auch gleich mit Nahrung versorgen kann.

Google auf der anderen Seite hat grad Anderes als Wasser in Afrika zu tun. Die stehen vor Gericht gegen Oracle, die meinen, Google habe Patentrechte verletzt. Nun, das ist ja grundsätzlich ein alter Schmu und diese ganzen Patentstreite sind eher zu alltäglichen Gewohnheit geworden. Spassig an dieser Angelegenheit: die Jury setzt sich zusammen wie immer. Also in diesem Fall beispielsweise ein Busfahrer, ein Klempner, ein Finanzberater, eine Postbotin. Die sich erstmal sechs Wochen lang anhören müssen, wie genau JAVA funktioniert. Aufgrund wovon werden die ihr Urteil fällen? “Ich habe die letzten Wochen kein Wort verstanden, aber Larry Page trägt den schöneren Anzug.”? Übrigens: sollte Oracle Recht erhalten, so würde Larry Page den Schadenersatz über rund eine Milliarde US-Dollar fast ohne mit der Wimper zu zucken aus der privaten Bordkasse berappen können. Was bei der Verhandlung rauskommt ist also fast gleichgültig. Möglicherweise wird’s einem von beiden dann auch irgendwann einfach zu blöd und in zwei Wochen lesen wir dann erstaunt, dass Google nun Oracle kauft.

US Officials heuern in Kolumbien Prostituierte an. Skandal! Die Truppe, die in Kolumbien die Vormachtstellung der USA im weltweiten Kokainhandel auf diplomatischem Weg sichert, lässt sich verführen! Ich bin sicher, die sind in ihrem Kampf nicht nur in dieser Hinsicht schwach geworden. Mal eine gepflegte Schneeballschlacht zwischen den Fronten beispielsweise. Bei einer Party mit zwanzig Prostituierten? Liegt nicht so weit, was? Aber wer mal längere Zeit in Kolumbien war, wird die Jungs verstehen. Wenig später lasen wir in der BBC, dass es bei der Untersuchung jedoch nicht darum ging, dass sich Mitglieder des Secret Service an Frauenhandel und Prostitution beteiligen. Denn das wäre ja absolut ok. Nein, die Frage ist: Haben die Prostituierten eine Wanze in der Botschaft versteckt?? Ausserdem erreichte uns ein paar Tage später dann die Nachricht, US Secret Service Agenten hätten auch in El Salvador Prostituierte in die Botschaft geholt. Was mich wirklich wundert: Haben die ganzen Länder denn wirklich nie eine Ahnung gehabt, wofür die ungeheuren Budgets ihrer Botschafter in den riesigen Villen verwendet werden? Was dachten die denn? Für Blumentöpfe und kalte Buffets oder wie?

Australien holt seine Truppen aus Afghanistan zurück. Dies zu einem Zeitpunkt, wo die News wieder voll der neuerlichen Angriffe von Taliban auf Sicherheitskräfte sind. Aber in Australien, wie auch in den USA stehen Wahlen an. Und anlässlich derer pflegt man jeweils die Soldaten nach Hause zu holen. Was im Land selbst passiert, ist da zweitrangig.

Derweil testet Indien eine Langstreckenrakete, die auch Atomsprengkörper transportieren kann. Keiner sagt da was. Nicht wie bei Nordkorea natürlich. Übrigens haben nach Angaben der BBC China, Russland, Frankreich, die USA und Grossbritannien solche Raketen. Bei Israel denkt man’s, man weiss es aber nicht genau. Wenn ich denke, wie man bei anderen Staaten loslegt, wenn man’s nicht so genau weiss… Schnell als Rekapitulation, nur damit ich mir über etwas klar werde: Israel hat eine Langstreckenrakete, Iran keine. Und Iran muss man bombardieren, weil…? Ausserdem testet als Reaktion auf Indien auch Pakistan ein Geschoss, das atomare Sprengkörper transportieren könnte. Das wäre, wenn es nicht erschreckend wäre, nur traurig. Kalter Krieg im Süden? Ist das die logische Konsequenz des wirtschaftlichen Aufstiegs?

Wie ging’s übrigens in Nordkorea weiter? Nachdem sich Seoul über die Feierlichkeiten zum Todestag von Kim Jong Il lustig gemacht hatte und kritisiert hatte, dass das Geld für den misslungenen Raketenstart für die hungernde Bevölkerung hätte eingesetzt werden können, droht Nordkorea nun, man könne Seoul innert Minuten in Schutt und Asche legen. Und nun hätte man eine vergleichbare Situation wie bei Iran vs. Israel. Seid ihr auch schon so gespannt?

Und wenn wir’s schon davon haben: Kairo kündigt die Gaslieferungen nach Israel. Was zu einem kritischen Engpass führen könnte. Ich empfehle einen Präventivangriff. Das scheint die patenteste Lösung zu sein, wenn es um israelische Meinungsverschiedenheiten geht. Oder Mauern bauen. Das macht man nun gegen Norden hin. Zehn Meter hoch soll die neue Mauer sein und Israel vor dem Libanon schützen. Eine Nation spielt verrückt. Und der Rest der Welt? Schaut zu und fliegt per Easy Jet nach Tel Aviv. Und wundert sich, wenn die Lieben in den Ferien in Israel in die Nähe von explodierenden Bomben kommen. Fliegt doch nach Libyen. Oder nach Afghanistan. Da ist es auch total schön, sagt man.

Und indessen lässt der deutsche Unionsfraktionsvorsitzende der CDU Volker Kauder an der Islamkonferenz verlautbaren, der Islam sei kein Teil Deutschlands. Muslime würden aber selbstverständlich als Staatsbürger akzeptiert, versucht er sich anschliessend zu retten. Nun, das Land mit der zweitgrössten türkischen Stadt tut auch besser daran, diesen Teil der Bevölkerung zu akzeptieren. Und der Rest wundert nicht wirklich: Deutschland hatte schon immer gewisse Probleme, “fremde” Religionen in die eigene Tradition einzubinden. Auch wenn man diesbezüglich mittlerweile so viel aus der Geschichte gelernt hat, dass man die einst Verfolgten nun in ihrem eigenen Genozid unter dem Deckmantel der Selbstverteidigung unterstützt und zu diesem Zweck kräftig mit Waffen beliefert.

Ach und die Forschung hat rausgefunden, dass, wer glücklich ist, weniger Herzprobleme hat. Das ist ja sogar schon sprachtechnisch eine offenkundige Erkenntnis. Ich muss noch einmal auf das Zukunftsmodell für Finnland zurückkommen: Gruppensexparties mit ambulanten Botoxstationen! Vielleicht sollte man die Parties noch erweitern, um Finanzseminare: an der University of Essex hat man rausgefunden, dass, wer mit Geld umgehen kann, glücklicher ist. Sprich: weniger Schulden, weniger Stress. Das nenne ich auch mal eine bahnbrechende Erkenntnis. Wow.

Morgen ist Tag der Arbeit. Da gibt’s überall in Europa wieder Panem et Circenses. Wie früher: Kolosseum drumrum und dann wird das ein Heidenspektakel für Jung und Alt. Weil, um Politisches geht’s da schon lang nicht mehr. Nur um’s Krieg spielen. Ich wünsche viel Vergnügen.


Anfang April. Folge Fünf der höchst selektiven Zusammenstellung von Ereignissen der Welt.

April 16, 2012

Die Absurdität der Welt nimmt kein Ende.

Nachdem ein Teil des Gasleck-Problems sich nun tatsächlich von selbst gelöst hat, macht man sich bei Total auf die Suche nach Lösungen, um das Gasleck zu schliessen. Mittlerweile ist man überzeugt, dass die Arbeiten ein halbes Jahr dauern und Milliarden kosten werden. Natürlich war gewarnt worden. Und natürlich hatte man die Warnung in den Wind geschossen. Und da man jetzt ja dran ist und auch die Kosten erkannt sind, werden wir schon bald nichts mehr vom Gasleck erfahren. Wie immer eigentlich. Auch das ist lediglich massenmedialer Usus.

Ein weiteres Problem, das sich unverhofft mindestens zeitweilig von selbst gelöst hat, ist der weitverbreitet heftig diskutierte Raketenstart in Pyongyang. Wobei sich mir nach dem Fehlstart gleich zwei Fragen stellen: War das vielleicht sogar gewollt, und die ganze Aktion fand nur statt, um den Grossmächten im Vorfeld ans Bein zu pinkeln, einfach mal ein bisschen Panik machen? Und was geschieht nun mit der nordkoreanischen Volksseele, wenn eine Rakete, die zum 100sten Geburtstag des früheren gottgleichen Herrschers startete, im Rohr krepiert?

Interessant dabei finde ich ausserdem, dass man im Falle von nuklearen Waffen in Nordkorea redet und redet und versucht, zu einer Einigung zu kommen, im Falle des Irans aber dann gleich von Präventivangriffen spricht. Klar wird eigentlich nur, dass es nicht um die Gefahr von atomarem Potenzial geht, sondern lediglich um die immer wiederkehrende Glaubensfrage. Ich finde, der Vatikan sollte endlich sein eigenes Nuklearprogramm starten. Dann wäre das Gleichgewicht wiederhergestellt. Obschon man darüber diskutieren kann, ob die USA nicht so oder so schon päpstlicher als der Papst sind, was christliche Glaubensfragen angeht. Dort gibt es bekanntlich immer noch ganze Landstriche, die Stein und Bein schwören würden, dass die Erde sich nicht dreht.

Und, juchhei, Neues aus der Medizin! Neben Placebo gibt’s jetzt Nocebo: In den USA versucht sich ein Mann mit Pillen ohne Wirkstoff umzubringen. Und schafft es beinahe. Glaubt ihr immer noch so sehr an die Wirksamkeit und die Notwendigkeit von Wirkstoffen? Beginnt doch endlich die Kraft der menschlichen Wahrnehmung einzubeziehen. Die kann nämlich, o Wunder, fast alles bewirken.

Weit ist es nicht mehr bis zum Informations-Chip-Implantat. Google veröffentlicht seine Augmented Reality Brille. Damit werden von Google selektierte Inhalte nun direkt ins alltägliche Gesichtsfeld geblendet. Na bravo. Ich empfehle die Lektüre eines Posts, der zwar schon Jahre zurückliegt, aber offensichtlich Tag für Tag nur an Aktualität gewinnt: «Zurück zur Natur – mit Internet». Frage: können solche Brillen gehackt werden? Medizinische Implantate können nämlich, zeigt sich. Das ruft doch gleich wieder ganz neue Zukunftsszenarien auf den Plan. Vielleicht ist das nächste Problem von James Bond dann ein Satellit, der sämtliche Implantate auf der Welt lahmlegt? Und – was passiert denn dann eigentlich beim nächsten Sonnensturm? Massensterben?

Gleichzeitig findet in Peking eine Studie Gehör, die besagt, dass man Suchtproblemen begegnen kann, indem man aktiv ins Gedächtnis eingreift und es korrigiert. Da kommen mir doch gleich ganz viele gute Ideen. Angefangen in China. Vielleicht könnte man das Verfahren grossflächig anwenden? Und die Erinnerungen an Vertreibung, Greuel und Zensur korrigieren? Vielleicht könnte man dafür sorgen, dass sich das ganze Land gar nicht mehr daran erinnert, dass es Internet gibt? Dann wäre die Angelegenheit mit der Zensur nicht immer so aufwändig.

Möglicherweise würde das Ganze ausserdem auch in Deutschland Anwendung finden. Das schlechte deutsche Nachkriegsgewissen hört nämlich auf zu schweigen: Günther Grass kritisiert in einem 70-zeiligen Gedicht Israel und klagt an, die Atomrüstung und das Drohgebaren gegenüber dem Iran gefährde den ohnehin schon brüchigen Weltfrieden. Recht hast du Günther. Die Diskussion, welche dadurch ausgelöst ist, ist logisch. Doch Grass’ Gedicht liest sich nur antisemitisch, wenn man das wirklich unbedingt will. Es ist die Kritik an einem, an zwei Staaten, und an Deutschland, das noch immer nicht begreifen will, dass man die Vergangenheit endlich ablegen muss, um ohne verklärte Wiedergutmachungsbrille zu beurteilen, was tatsächlich auf der Welt geschieht. Dass die ZEIT das Gedicht mit einem NPD-Pamphlet gleichsetzt, dass zahlreiche andere Medien Günther Grass’ Vergangenheit in der SS ausgraben, macht sie nicht tolerant. Genau dieses Redeverbot, nur in entgegengesetzter Richtung, ist das, was damals zur Katastrophe geführt hat. Wehret den Anfängen! Macht nicht schon wieder den Fehler der Undifferenziertheit, verschliesst nicht die Augen! Und gerade die ZEIT schlägt in der Folge weiter in die gleiche Bresche, auch nach zahlreichen differenzierten Auseinandersetzungen intelligenter Menschen mit Grass’ Veröffentlichung: Weiter ist von Irrtum, von Korrektur und von der einseitig berechtigten Angst vor nuklearer Potenz die Rede. Ebenfalls bemerkenswert: Am 11. April veröffentlichte die ZEIT einen Artikel mit dem Titel “Rechtsextremismus: Vati ist ein guter Nazi.” Der Artikel ist jedoch nicht mehr auffindbar, wurde also sofort zurückgezogen. Was da wohl drinstand? Interessant ist im Übrigen auch die Reaktion von Israel: Die Regierung verhängt wenige Tage nach der Veröffentlichung des Gedichts ein Einreiseverbot für Grass. Nun ja. Repression war immer eine Stärke des Gottesstaats. Kurz darauf, am 12. April lasen wir dann, dass der israelische Innenminister ein Treffen auf neutralem Boden vorschlägt. Wie wär’s mit Gaza? Oder Teheran? Oder anstatt eines Treffens viellicht doch lieber ein grossflächiger Eingriff in die kollektive Erinnerung?


Was war im Januar? – Eine höchst selektive Zusammenstellung von Ereignissen der Welt.

January 27, 2012

Tja, was war? Sturm Andrea war. Und so schlimm war die gar nicht. Nicht, dass der Name besagen sollte, dass der Sturm besonders schlimm sei. Übrigens heissen die auch gar nicht alle wie Frauen. Tatsächlich liefen verschiedene Frauenverbände 1998 Sturm und erreichten in ihrer Höchstgeschwindigkeit, dass fortan alle Jahre zwischen Männern und Frauen gewechselt wurde. Deswegen gibt’s jetzt auch Lothare. Und Joachims.

Ein Sturm geht auch durch das Internet. Kim Dotcom erhält für’s Onlinestellen von Filmen eine höhere Strafe als Mörder und Vergewaltiger. Die Musik von Michael Jackson gratis zur Verfügung zu stellen ist offensichtlich ein viel schwerwiegenderes Verbrechen als denselben umzubringen. Derweil kommt man gegen Vorweisen eines iPads über die Grenze, während aber beispielsweise der alte Schweizer Pass schon längst nicht mehr genügt. Und der Hersteller dieser neuen Identifizierungsmöglichkeit hat tatsächlich eine Untersuchung durchgeführt, die zum Ergebnis kommt, dass das, was die ganze Welt schon lang wusste, tatsächlich wahr ist: menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in fast allen Betrieben, die Apple beliefern. Konsequenzen? Och, nee, lass mal. Aber ja, wir arbeiten daran. Wir haben’s doch erst grad rausgefunden.

Und derweil zieht uns Google mit neuer Privacy Policy den letzten Rest Selbstbestimmung aus der Tasche. Was allerdings auch Vorteile haben kann: wenn man sich nicht ganz genau aussucht, welche Freunde man auf Google+ hat, wird man demnächst in der Suchmaschine nur noch mit total herzigen Bildern von Katzen und Hunden beliefert. Eigentlich kann man künftig bei Google nur noch anständige Suchresultate erhalten, wenn man eben nicht bei Google+ ist. Way to go. Doch das ist auch nicht alles: Google ist nun nicht mehr nur Informationsverteiler, sondern beginnt sie nun auch selbst zu erschaffen, in der neuen Google Education. Wir werden also demnächst vielleicht von Kind auf getrimmt, dafür zu sorgen, dass die Einkünfte aus Internetwerbung nun dauerhaft höher als die aus der Printwerbung bleiben. Und dass die neuste Modekrankheit, Internet Addiction Disorder ihren Nährboden nie verliert. Ich frage mich, wann die erste IV an manisch Internetsurfende ausbezahlt wird.

Die ganze Welt ist gelähmt und zugespamt aufgrund von nicht einmal zwei Dutzend Opfern einer Kreuzfahrtskatastrophe. Entschuldigt die vermeintliche Pietätslosigkeit. Aber dieselbe Welt hat darob nicht einmal mehr die Zeit, sich zu überlegen, was eigentlich vor der Küste Neuseelands geschieht. Das Containerschiff ist auseinandergebrochen und die riesigen Mengen Öl verwüsten weiterhin das Meer. Aber das wollen wir gar nicht so richtig wissen. Genauso wenig wie den Hungertod einer weiteren Million Kinder im Januar. Die von ganzen zehn Konzernen wie Monsanto, Cargill, Bunge, Syngenta, Dreyfus und Pioneer verschuldet werden, weil diese die Lebensmittelproduktion der Welt kartellisieren. Doch das reicht nicht für eine Schlagzeile. Warum auch. Die Kohle stimmt ja.

Und sonst? Eine Studie zeigt, dass Hochhausbau direkt proportional zu einer anstehenden Krise verläuft. Das war beim Empire State Building so, das scheint in China so zu sein. Beruhigend, dass beispielsweise in Basel gerade drei Türme in Planung sind. Und um wieder ein bisschen von der Krise abzulenken muss ein Hildebrand über die Klinge springen. Dabei ist viel bemerkenswerter, wie leicht man Währungs- und Aktienkurse beeinflussen kann, als dass jemand damit Geld verdient. Aber eben, das ist alles eine Sache des Blickwinkels. Und um eine andere belanglose Affäre wieder aufleben zu lassen, hat man jetzt auch herausgefunden, dass der Vatikan in gut Guttenbergscher Manier die Biografien seiner Kardinäle von Wikipedia kopiert und veröffentlicht. Wen interessiert denn das bitte. Um es in Hagen Rethers Worten zu sagen: Die kriegen alles raus.

Und ganz nebenbei plant die USA einen neuen Krieg. Und kürzt das Militärbudget, bekräftigt aber im selben Moment, dass ebendieses Budget weiterhin wächst. Zur Folge hat die Kürzung, dass die USA nur noch jeweils einen Krieg führen kann. Und das ist unter Anderem deswegen möglich, weil sich mehr andere Länder an den Kriegen der USA beteiligen. Also retten multinationale Kriege die Kriegskasse der USA. Well played!

Hach ich freu mich auf den Februar. Die Welt ist doch ein wunderbares Schmierentheater.


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