Am späten Vormittag landen wir in Marrakech, nach problemlosem Flug, treten auf der Gangway in strahlenden Sonnenschein aus wolkenlosem Himmel, sofort wird uns warm, wie haben wir dieses Gefühl vermisst! In der Immigration dann die Erkenntnis: mein Pass befindet sich im eingecheckten Gepäck. Ich werde offensichtlich langsam nachlässig, was langes Reisen angeht. Ins “Bureau” muss ich, mein Problem erläutern, der Beamte grunzt einsilbig auf Arabisch, woraufhin ein freundlicher junger Herr mich durch alle Sicherheitsschleusen zur Gepäckausgabe begleitet, ich fische meinen Pass aus dem Rucksack, zurück zur Immigration, einwandern, und dann auf in Marrakechs Innenstadt.
Jamah el Fna, riesiger Platz mit seltsam zackigem Grundriss, das oboige Tüteln einiger touristenattraktiver Schlangenbeschwörer, España? France? English? Taxi? Essen? Bei uns das Beste! Orangensaft, nur zehn Dirham, Hennatattoos, Plastikspielzeug, nein, nein danke, nein, nee, danke, nein.
Ein wunderschönes Hotel, aus Designerhänden, gestaltet wie der letzte marokkanische Schrei, doch nach Europa orientiert, aber nett, mitten in den verwinkelten, tief ausgeschnittenen Gässchen, dann ein Spaziergang und das marrakchi Phänomen: geh nie eine andere Gasse als, die, die Du kennst, Du findest da nur auf demselben Weg wieder raus, wie Du hineingeraten bist, alle Wege führen nach Nirgendwo.
Am nächsten Tag die Reise an die Küste, auf ins Surfcamp, Agadir der reinste Schrecken, von der Busfahrt, die zwar eigentlich kurz und angenehm war, dennoch so ermüdet, dass man das erstbeste Taxi nimmt, und los gehts, nordwärts, in Richtung Taghazout, denn da soll der Surf gut sein dieser Tage in Marokko.
Sieben Tage Surfcamp, bei EndoSurf, ein schönes Haus mit drei Stöcken, angenehme Leute, gut aufgehoben in der Erfahrung der Teamer, immer wieder Kampf gegen das Selbst, gegen den eigenen Willen, oder mit ihm, das Meer, nicht beeinflussbar, gnadenlos aber nicht unfreundlich, elementare Neutralität, Kleinsein gegenüber der Macht, der Kraft und immer wieder versuchen, von dieser Macht zu profitieren, ihr ein Schnippchen zu schlagen und sie auf dem Weg zum Ziel zu benutzen und nie unterwerfen wollen, denn damit entwaffnet man sich selbst und ergibt sich kampflos.
Dann die Rückreise, wieder mit dem Bus in ein jetzt verregnetes Marrakech, letzte Einkäufe und dann raus zum Flughafen, ein ewig verspäteter Flug: EasyJet sollte man immer nur morgens fliegen. Spannung, ob man es denn noch bis Basel schaffe, denn um halb eins in der Nacht schliesst der Flughafen und der Flugplan sagt: Landung um fünf vor halb. Doch später teilweise Entwarnung, man schaffe es zeitlich, doch “le problème, maintenant, c’est pas le temps, le problème, c’est le temps”. Unzulänglichkeit einer Sprache, in Basel herrscht Schneetreiben. Zurück aus zehn Tagen afrikanisches Frühlingsgefühl in verschneite Kälte und gleich wieder die Frage: Wann, wohin, endlich wieder?












Ja, Holldrihoooooo!
Was für eine nette Beschreibung Eures Aufenthaltes in Marokko!
Mittlerweile sind wir in good old Cape Town gelandet und, ganz klar, werden Euch vermissen in den Fluten der Macht auf unseren Wellenreitern.
An Euch denkend mit sonnigen Grüßen, Karina & Gerrit.
PS: Sollte der Sweater in M oder L sein?